Beizjagd mit dem Rotschwanzbussard

 

 

Zu meinem persönlichen Saisonbeginn waren wir (Bernd, Vroni, Paul, meine Mama und ich) nach NRW zu Kati und Alex Junker ins Revier eingeladen. Nach dem Bestehen der Falknerprüfung und dem Aufstellen meines ersten eigenen Vogels, begann nun also endlich meine erste Saison als Falkner. Im Vorfeld hatte ich mich bereits oft mit Alex über den Trainingszustand meines Rotschwanzes ausgetauscht.

Natürlich schießen einem jungen Falkner vor der Beize viele Fragen durch den Kopf. Wird der Vogel jagen? Bleibt ein Frettchen im Bau stecken? Wie reagieren die Vögel aufeinander? Passt das Gewicht? Ich wäre kein Mensch, wenn ich nicht vorher enormes Nervenflattern bekommen hätte. Trotz dessen, habe ich mich riesig auf die Beize gefreut und war gespannt wie sie verlaufen würde. Wir trafen uns alle am vereinbarten Treffpunkt im Revier. Alex und Kati hatten noch einen bekannten Falknerkollegen eingeladen an der Beize teilzunehmen. Für mich ein besonders erfreulicher Zufall, dass Gregor nicht nur mit einem Rotschwanzbussard, sondern mit dem „großen Bruder“ meines Weibes zur Beize erschien. So klein ist also die Falknerwelt.

 

Am Treffpunkt tasteten Kati und Alex die Brust meines Weibs ab und merkten an, dass die Flugmuskeln vom Training schon gut zu spüren sind der Vogel vermutlich jedoch noch zu hoch im Gewicht stünde, um wirklich auf Wild zu reagieren. Erfahrung zahlt sich ja bekanntlich aus. Natürlich hatten Kati und Alex recht mit ihrer Vermutung und mein Vogel zeigte kein Interesse an seinen ersten beiden Chancen. Na ja Ehrlichkeit gehört dazu, also verbuche ich es mal als Anfängerfehler und Erfahrungswert den man machen muss. 

Im Folgenden teilte sich unsere Gruppe auf. Kati, Gregor und ich gingen Richtung Sportplatz, während Alex mit Vroni, Paul und Bernd weitere Bauten in Richtung von Sträuchern in Angriff nahm. Gregor konnte zunächst eine Chance mit seinem Rotschwanzterzel nicht nutzen, bevor sein Terzel „Martin der Pirat“ mit einem explosiven Antritt ein Kaninchen schlagen konnte. „Wow so schnell können Rotschwänze also sein, wenn das Training passt“. Besonders bewundernswert ist es, dass Martin nur ein Auge auf der linken Seite hat und daher immer den toten Winkel auf der rechten Körperseite ausgleichen muss. Daher auch sein Name „Pirat“.  

 

Alex und seine Gruppe stießen nun zu uns. Auch Alex konnte mit seinem Habichtsweib eine Chance nutzen. Für Bernd und Vronis „Zoe“ und „Pan“ hatte es bisher leider nicht geklappt. Kati ging nun mit mir auf einige Meter Abstand, um meinen Vogel auf ein schon gebeiztes Kaninchen fliegen zu lassen. Tatsächlich setze mein Weib trotz zu hohem Gewicht schön nach und durfte dann blutwarm vollkröpfen. Währenddessen bejagten Bernd und Vroni weiter die Bauten. Immerhin wollten wir alle, dass Sie auch zum Erfolg kommen. Bernd und Vroni kamen tatsächlich noch zu einigen Chancen konnten jedoch leider keinen Erfolg verzeichnen. Allerdings konnte Pan sich zum Ende des Beiztages auch an einem bereits gebeizten Kaninchen aufatzen, da Alex fernab der Gruppe nochmals mit seinem Habichtsweib eine Chance nutzen konnte. „Zwei Flüge, zwei Treffer. So kann´s laufen.“

Mein persönliches Fazit nach dem Tag: Es hat in erster Linie wieder sehr viel Spaß gemacht, die Saison zu beginnen. Für mein Weib war es sehr wichtig ihre erste Beize zu erleben und neue Eindrücke zu sammeln. Das zu hohe Gewicht verbuche ich als Lehrgeld und weiß nun wo noch angesetzt werden muss. Die kommenden Wochen und Monate wird es sicher noch neue Chancen geben und ich freue mich schon jetzt auf unseren ersten gemeinsamen Erfolg. Besonders gefreut hat es mich natürlich Gregor und seinen „Piraten“ kennenzulernen und viele Tipps von Ihm, Alex und Kati zu bekommen. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei Kati und Alex für die Einladung und ihre tolle Hilfe bedanken. Sowohl auf der Beize als auch im gesamten Training bisher. Ich wünsche allen Falknern herzliches Falknersheil und auch zukünftig viele erfolgreiche Beizen und eine schöne Saison 2018/19.

 

 

 

 

 

 

 

 

Steven Aßmann

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