Erfahrungsbericht über Sender für Jagd-Frettchen





Prolog:

Bekanntlich jage ich derzeit mit meinen beiden Harris „Ciddy“ und „Kira“ und meinem Sperber „Bibi Blocksberg“ nur auf Krähen, Gänse und Elstern, doch habe ich natürlich „früher“ mit Habicht und Harris auch auf Kaninchen gejagd. Aus dieser Zeit tummeln sich bei mir auch heute noch Mr. Bean, Prinz Harry und Fergy, drei quirlige Freddies…

Nachdem ich kürzlich wieder einmal gehört habe, dass einem Falkner ein Freddy bei der Jagd abhandengekommen ist, nehme ich dies zum Anlass, einen Artikel über meine Erfahrungen mit einem Sender für Frettchen zu schreiben.





Vorgeschichte:

Mit meinem ersten Harris-Hawk „Ragna“ jagte ich seinerzeit – mehr oder weniger eifrig – auf Kaninchen. Mit im Einsatz waren natürlich auch meine diversen Freddies, die sich durchweg als äußert erfolgreiche Jäger präsentierten. Auf der einen Seite natürlich schön, dass keines meiner Freddies je diese Unart gezeigt hat, sich nach dem Einfahren in den Bau erst einmal ne Runde aus Ohr zu legen, aber unglücklicherweise heißt „guter Jäger“ auch, dass meine Freddies, und dabei insbesondere meine kleine „Emma“, immer wieder Kaninchen im Bau fingen. Ja, und so ein opulentes Festmahl dauert dann natürlich erst einmal gerne auch bis in die Abendstunden …

Nach dem alten Falknergrundsatz „kommt Zeit, kommt Freddy“ hatte ich dies eigentlich immer ganz gut verkraftet, bis …. Zusammen mit meinem Falknerfreund Uwe Beuschel war ich wieder einmal auf Kaninchenjagd in der Koblenzer Gegend. Wir frettierten etliche Baue, aber ohne Erfolg. Und dann kamen wir zu einem Kaninchenbau, den wir als den Letzten unseres Jagdtages festgelegt hatten – irgendwie passiert so etwas immer bei dem letzten Bau, dem letzten Flug ….

Ein optimaler Bau. Transportbox auf, Emma raus und ab in den Bau – seinerzeit noch mit Schellenband um den Hals, aber halt ohne Sender. Und das war das letzte, was wir vorerst von Emma hörten und sahen. Da dieser Bericht ja nicht von den Unglücksfällen handeln soll, die beim Frettieren so vorkommen, will ich es wieder einmal kurz halten. Nachdem sämtliches Rufen und Locken und das Absingen schmutziger Lieder nichts gebracht hatte, verschlossen wir sämtliche Röhren mit Reusen und kontrollierten diese – mit jeweils erheblichen Anfahrtswegen – abwechselnd morgens und abends.  Nichts, keine Spur von Emma.

Als ich einige Tage später eine Reuse ein Stück von einer Röhre entfernt fand, an der sich Fuchsgrannen befanden, befürchtete ich bereits das Schlimmste. Nachdem wir die Reusen dann aber mit Hühnerküken bestückt und eine Wildkamera aufgehängt hatten, konnten wir sehen, wie Emma in die Reusen reinschlüpfte, die Küken aus der „Verankerung“ riss und es tatsächlich schaffte, die Klappvorrichtung der Reuse zu überwinden und wieder auszubüchsen…

Gut, nach einer Woche hat Uwe die kleine Emma wieder einfangen können. Ich war seeeehr glücklich, meine kleine Emma wieder zu haben! Bei uns sind schließlich nicht nur unsere Hunde und unsere Beizvögel, sondern auch unsere Jagdhelfer Familienmitglieder!

Ja, und dann ab es noch einen Vorfall mit der kleinen Camilla …

Dieses Mal war ich mit Berthold und einer kleinen Gruppe Falkner unterwegs. Meine „Ragna“ hatte seinerzeit eine gewisse Passion auf andere Beizvögel entwickelt und da sie dieser inneren Stimme schon wiederholt nachgegeben hatte, hatte mir der permanente Blick auf ein stattliches Habichtsweib auf dem Arm einer Falknerin bereits ein mulmiges Gefühl beschert – von dem leichten Speichelfluss im Schnabelwinkel, den ich bereits zu erkennen glaubte, ganz zu schweigen …

Jedenfalls beschloss ich für uns sicherheitshalber das Ende dieses Beiztages … Da wir knapp an Freddies waren und sich Bertholds Freddies im unermüdlichen Einsatz bereits einen Wolf gelaufen hatten, gab ich der Gruppe meine Freddy-Kiste mit, während ich Ragna ins Auto brachte. Auch hier wieder ein ähnliches „Spiel“. Meine Falknerskollegen hatten Camilla in einen guten Kaninchenbau einfahren lassen – und weg war sie !

Ich grub seinerzeit auf gut Glück nach meinem Freddy. Vergebens ! Bei einem großen Bau auch wenig erfolgversprechend … Wieder bestückten wir alle Röhren mit Reusen. Berthold kontrollierte sie in der Folgezeit – nichts ! Ich war ganz schön geknickt …. Aber es gab auch hier doch noch ein Happy-End !

Sicherheitshalber hatte ich das örtliche Tierheim telefonisch informiert, das mir beim Spazierengehen (!) ein Freddy entwischt war – übrigens seeehr empfehlenswert, selbst wenn das Freddy nicht gechippt ist ! Und tatsächlich, nach einem Monat (!!!) rief das Tierheim an und berichtete, dass das Freddy in einem Garten, keine 500m von seinem Einsatzort entfernt, gefunden wurde ! Einfach toll, ein schönes Gefühl, wenn so ein kleines Pelztier wieder zu Hause ist ….

Das war der Moment, in dem ich mir dachte, dass es soooo irgendwie nicht weitergehen sollte …. Wenn ich meine kleinen Jagdhelfer schon in Gefahr bringe, dann bin ich ihnen – das ist jedenfalls meine Auffassung – auch schuldig, dass ich alles Vertretbare unternehme, sie wieder heil zurück zu bekommen! Und daran knüpfte sich eine kleine Internet-Recherche an, die mich schließlich zu einem tollen Gerät führte, dem „Debben Ferret-Finder“!





Erfahrungsbericht:

Seinerzeit, das ist schon einige Jahre her, bestellte ich dieses Gerät direkt bei der Fa. Debben. Wie ich aber gerade gesehen habe, bekommt man es heute auch schon bei AMAZON in Deutschland – und sicherlich im einschlägigen Handel von Falknereizubehör.





Kurz zur Beschreibung:

Das Set besteht aus einem Empfänger von der Größe eines kleineren Metronoms. Dazu gehört ein Lederhalsband mit entsprechendem Sender. Meiner Meinung nach ist ein Lederhalsband o.k., da wir die Freddies, sollten sie sich damit tatsächlich in einem Bau verfangen, gezielt orten und ausgraben können… Der Sender wird mit einem an dem Empfänger befindlichen Magnet eingeschaltet und kann – nach entsprechender Kontrolle, ob er auch wirklich „an“ ist, dem Freddy angelegt werden.

Anfangs finden die Freddies ein solches Halsband natürlich nicht toll, aber das ist bei einem Gummi mit Glöckchen auch nicht anders. Und, sobald die kleinen Pelztiere eine Kaninchenwitterung aufgenommen haben, könnte man ihnen wahrscheinlich auch eine Kuhglocke umhängen, und sie würden trotzdem versuchen, das Kaninchen zu schlachten ….

Der Ferret-Finder, der übrigens bei dem Empfänger mit einer einfachen 9-Volt-Blockbtterie zufrieden ist, die man daher leicht und immer als Ersatz dabeihaben kann und sollte, verfügt über eine Fernortung und eine Nahortung.

Bei der Fernortung kann man sich bequem an der Höhe des Signaltons orientieren, bevor man auf die Nahbereichsfahndung umstellt. Ist das Fredy einmal grob lokalisiert, kann man es anhand der unterschiedlichen Höhe des Signaltons leicht lokalisieren. Im Nahbereich kommen dann auch Leuchtdioden an der Rückseite des Gerätes zum Einsatz, die relativ zuverlässig die Tiefe anzeigen, in der sich das Freddy befindet. Nichts ist schließlich ärgerlicher, als ein beherzter Spatenstich an der falschen Stelle…

Wahrscheinlich sollte man den Einsatz des Gerätes einfach „mal so“ üben, damit man im Ernstfall mit dem Gerät gut umgehen kann. Das ist bei der Telemetrie nicht anders. Was nützt mir die beste Anlage, wenn ich nicht absolut zuverlässig weiß, wie sie funktioniert … ?

Bei mir klappte der Einsatz in Echtzeit von Anfang an – also muss der Ferret-Finder eigentlich idiotensicher sein…

Ich habe unzählige Male meine Freddies punktgenau ausgraben können. Dabei habe ich nicht nur meine Freddies einfangen und zumeist auch das gefangene Karnickel bergen können. Hin und wieder konnte ich aber auch einem Kaninchen viel Leid ersparen, wenn es in einer Blindröhre feststeckte und sich das Freddy im Rücken verbissen hatte !

Das sind Dinge, die wir als Falkner und Jäger meist nicht mitbekommen – sie passieren deswegen trotzdem !

Und ich finde, wir sind es einmal unseren Jagdhelfern schuldig, dass wir alles tun, um sie vor Schaden zu bewahren. Wir sind es aber auch dem Wild schuldig, alles zu tun, um gegebenenfalls zügig eingreifen zu können, um unnötiges Leid zu verhindern oder zu beenden !

Und da musste ich für mich gar nicht die Rechnung aufmachen, welchen objektiven Wert ein gutes, später kastriertes Jagdfrettchen hat. Im Gegensatz zu einem Sender, den ich für 250,- Euro gekauft habe und den ich wahrscheinlich über viele Jahre einsetzen kann …





Schlussfolgerung:

Der Debben Ferret-Finder ist definitiv jeden Cent seines Preises wert !





Orlik Frank

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