Landesverband Hessen

Habichte in Not

Freitag Abend, 16.10.2020 gegen 19.00 Uhr! bekam ich vom Flughafen Frankfurt einen Anruf. Es würden in der Animal Lounge aus Spanien schon seit 2 Tagen, 4 Habichte in Transportkisten stehen, die eigentlich für den weiteren Transport nach Thailand vorgesehen waren. Der Anschlussflug sei ausgefallen und die Vögel hätten daher auch schon so lange und auch vorher kein Wasser/Futter bekommen.

Das ich Freitag Abend jetzt auf gleich nicht alles stehen und liegen lasse und noch 140 km hin und zurück zum Flughafen fahren würde wegen der Atzung, machte ich dem Herrn klar. Auch warum Sie dann 2 Tage mit dem Anruf gewartet hätten und nein, die Firma Fressnapf wohin er sich jetzt noch wenden wollte, hat jetzt geschlossen. Die Mäuse die er dort kaufen will kennen Sie wahrscheinlich auch nicht und die Schüssel Wasser die er für die Vögel dann nun rein stellen wollte, sei unnötig. Ich versprach ihm aber das ein Falkner spätestens Samstag morgen mit Atzung vorbei kommt. Ich informierte direkt unser Mitglied Peter Wefers aus Frankfurt, der ja schon ein paar mal dort am Flughafen gestrandete Greifvögel versorgt bzw. übernommen hat. Hier jetzt sein kurzer Bericht dazu:

Lieber Berthold, Du hattest mich gebeten, am Samstag den 17.10.20 zum Frankfurter Flughafen zu fahren und 4 „gestrandete Habichte“ mit Atzung zu versorgen. Bei den Vögeln handelte es sich tatsächlich um Habichte, (das war vorher auch nicht so sicher) zwei davon waren weiß. Die Vögel befanden sich in der sogenannten Animal Lounge der Lufthansa (dort werden Tiere im Transit betreut) und waren in Barcelona, Spanien, auf den Weg gebracht worden. Das Reiseziel war das tropisch heiße Bangkok in Thailand – nicht unbedingt ein idealer Ort für diese Vögel. Offensichtlich hatte sich der Anschlussflug verzögert.

Soweit ich das sehen könne, machten die Habichte einen guten Eindruck und die Transport-Boxen waren sehr sauber. Trotz des Hinweises auf der Box, die Vögel nicht zu füttern, habe ich jedem Habicht aufgrund der verlängerten Reisezeit 4 Küken in die Box geschoben, die auch sofort angenommen wurden.  Anbei ein paar Fotos, (die auf Grund der beschränkten Enge der Boxen natürlich nicht so gut sein können).

Lieber Peter, Falknersdank für deine uneigennützige Hilfe. Ob der Versender/Empfänger der Habichte das jemals erfahren, das sich ein Falknerkollege „mal eben so einfach nur gekümmert hat“?

Berthold Geis

ODF Hessen