Landesverband Hessen

Kaninchenbeize

Beizjagd mit Harris-Hawk auf Kaninchen

Endlich war es mal wieder soweit, wir wollten mit unseren Harris-Hawks (Wüstenbussard) und Frettchen Kaninchen jagen.

Da wir diesmal versuchen wollten, Fotos von der Jagd zu „schießen“ hatten wir mit Frank Bäume einen Jäger und für uns noch wichtiger, erfahrenen Fotografen, eingeladen. Leider spielte das Wetter nicht mit, an diesem Tag wollte der Regen einfach nicht aufhören und Frank fürchtete dass seine Fotos nicht so gut  werden würden. Wir, Christina Neumann und Berthold Geis vom „Orden Deutscher Falkoniere“, hatten ganz andere Sorgen. Durch den Regen war das Gefieder unserer Beizvögel ziemlich nass, was sie in ihrer Fluggeschwindigkeit und Wendigkeit doch behinderte.

Endlich ging es los, das Frettchen schliefte in den ersten Bau ein. Frank hatte sich mit Kamera hoffentlich richtig positioniert und wir anderen warteten gespannt was jetzt passiert. Leider tat sich zunächst einmal gar nichts, ab und zu schaute das Frettchen aus immer anderen Röhren, wohl um zu schauen ob wir noch da sind. Die Kaninchen hatten bei dem „Mistwetter“ wohl keine Lust zu springen oder waren in anderen Bauen bei ihren Verwandten zu Besuch. Plötzlich und völlig unerwartet sprang doch eins und suchte haken schlagend sein Heil in der Flucht. Tina, die mit ihrem Vogel an der Reihe war, ließ ihren weiblichen Harris „Lotti“ von der Faust und diese flog sofort hinterher. Leider mussten wir aber erkennen dass sie nicht so schnell wie sonst war, das Gefieder war zu nass und das Kanin entkam. Natürlich waren wir enttäuscht, mit bedauernden Lautäußerungen taten wir dies auch kund. Aber es war ein toller Flug, zwar erfolglos, für uns aber deswegen herrlich anzuschauen weil er über eine weite Strecke ging. Nur Frank war zufrieden, er stand genau richtig und wir konnten auf seinen Fotos erkennen, wie dicht der Vogel doch hinter dem Kaninchen war. Danke Frank, so gut und detailliert wie die Kamera kann unser Auge das dann doch nicht erkennen.

Wir wollten aber natürlich auch Beute machen und so ging es zum nächsten Bau. Da jetzt jeder um seine Aufgabe wusste, wo er stehen sollte und was zu tun ist, ging es jetzt schneller. Das dachte sicher auch das nächste Kanin, kaum war das Frettchen im Bau schon sprang es und flitzte blitzschnell los. Tinas Harris „Lotti“ hatte in ihrem ersten Flug wohl den Regen aus dem Gefieder geschüttelt, diesmal flog sie deutlich besser und machte richtig Dampf. Nach ca. 150 m hatte sie das Kanin eingeholt, schlug die Fänge nach vorne und hielt es mit doppeltem Kopfgriff fest. Die Freude bei den Beteiligten entlud sich in begeisterten Rufen und „Lotti“ bekam als Belohnung einen vollen Kropf auf ihrem Kanin.

Nun kam ich an die Reihe, aber wie schon bei „Lotti“ hatte mein Harris „Ronja“ mit dem nassen Gefieder seine Probleme. Nach einigen interessanten Fehlflügen sollte sie schließlich auch zum Erfolg kommen, auch wenn sie an diesem Tag nicht so in Form war.

Für uns ist die Beizjagd immer wieder ein Erlebnis. Anders als die Jagd mit der Schusswaffe, die wir auch betreiben und wo es auf unser Können alleine ankommt, sind wir bei der Beizjagd eigentlich nur Zuschauer. Hier arbeitet das Frettchen vor und der Beizvogel versucht, wie in der Natur, seine Chance zu nutzen. Wir Falkner haben zwar in die Ausbildung und Abrichtung des Vogels viel Zeit und Liebe investiert, jagen muss er aber alleine und ist er erstmal von der Faust, können wir ihm dabei nicht helfen. Aber auch das macht den Reiz der Beizjagd aus.

Wollen Sie mehr über die Beizjagd erfahren oder sogar einmal eine „live“ erleben? Haben Sie Interesse an der  Falknerei und an Greifvögeln allgemein oder wollen gar Mitglied bei uns werden? Wir Mitglieder des „Orden Deutscher Falkoniere“, Landesverband Hessen, geben Ihnen gerne Auskunft  oder besuchen Sie uns doch einmal auf  unseren monatlichen Treffen.

Auch sind wir immer an Jagdrevieren oder befriedeten Bezirken in Hessen interessiert, (Parks, Industrieflächen, Grünflächen) wo wir Kaninchen mit den Beizvögeln bejagen können. Kontaktieren Sie uns gerne als Jagdpächter oder Grundstückseigentümer.

Berthold Geis