Ein Besuch im Waldkindergarten

28. Februar 2022

Noch hat uns Corona im Griff. Die Lockerungen geben uns jedoch die Möglichkeit wieder in geringem Rahmen Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

 

Alexandra Schwedler ist Leiterin des Waldkindergarten Dreieich e.V., auch genannt „Das Wolfsrudel“. Derzeit bereitet sie sich auf die Jägerprüfung vor, um anschließend die Falknerprüfung abzulegen. So kam sie als Gast zur letzten Versammlung, die Corona dem ODF Hessen im letzten Jahr ermöglichte (mittlerweile ist Alexandra auch Mitglied im ODF Hessen). Mitgebracht hatte sie Tanja Schorlemer, da sich beide bei einem Seminar „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ kennengelernt hatten. Alexandra ist zertifizierte Waldpädagogin und Tanja zertifizierte Naturführerin.           

                                   

Was lag da also näher wie Kindergarten und Falknerei zusammen zu bringen? So wurde vereinbart, dass baldmöglichst ein Besuch mit Vögeln im Kindergarten erfolgen soll.

 

Da in dem Kindergarten immer bestimmte Themen über einen gewissen Zeitrahmen als Schwerpunkt herrschen und derzeit das Thema Vögel behandelt wird, kam unser Besuch genau zur rechten Zeit.

 

Geboostert und getestet erschienen Veronika (Vroni) Hilse, Tanja Schorlemer und ich nun mit vier Vögeln im Kindergarten. Dieser liegt abseits von Dreieich am Rande eines Naturschutzgebiets. Auf 3000 qm können sich die Kinder hier austoben und ihre Erfahrungen mit der Natur sammeln. Es wird geschnitzt, gepflanzt, gebaut und beobachtet. Regelmäßige Exkursionen in das angrenzende Waldgelände, zur Bestimmung von Bäumen, Pflanzen und Tieren stehen natürlich auch auf dem Programm. Voller Begeisterung wurde uns später von einigen Kindern das gesamte Grundstück gezeigt und jedes Detail erläutert. Man merkt, wieviel Freude ihnen ihr Kindergarten macht und wieviel Verantwortung sie dafür auch übernehmen. Diese Erkenntnis war sehr beeindruckend. 

 

Da wir angekündigt waren, hatten wir 40 helfende Hände von 16 neugierigen Kindern und 4 Erzieherinnen beim Tragen der Reck und Blöcke auf das Gelände. Der Aufbau war somit schnell erledigt. Schnell saßen also unsere Vögel auf ihren Sitzgelegenheiten und es konnte losgehen. Wir hatten einen Harris, ein Turmfalkenweib, einen Steinkauz und eine Schleiereule mitgebracht. So konnten wir das ganze Spektrum abdecken, um den Kindern einiges über Greife und Eulen zu erzählen.

 

Da wir schon einige Kindergärten besucht haben, muß hier besondere Erwähnung finden, dass sich die Kinder außergewöhnlich ruhig und diszipliniert während unserer Erzählungen verhalten haben. Liegt es vielleicht daran, dass sie schon gelernt haben wie man sich in der Natur und gegenüber Tieren verhält?

 

Tanja war natürlich gleich in ihrem Element, hatte sie doch Steinkauz Artus auf der Hand. Ihr Wissen aus der Naturpädagogik wurde gleich umgesetzt und sie erzählte den Kindern anschaulich einiges über den Vogel.

 

Vroni übernahm dann den nächsten Part um allerlei Wissenswertes über die Schleiereule Tartius zu erzählen. Erstaunt hat uns hierbei, dass die Kinder wussten, dass sich die Ohren unter den Federn befinden und es sich beim Uhu z.B. um Schmuckfedern handelt.

 

Von mir wurde dann das Turmfalkenweib Bella vorgestellt. Für die Kinder war es die natürlichste Sache der Welt, dass diese Fleisch frisst und keine Körner. Wie aus der Pistole geschossen kam es einstimmig auf die Frage was Greifvögel und Eulen fressen - Fleisch!

 

Zum Abschluß kam Zoé, das Harrisweib zum Einsatz. Wie immer bei Kindern in dieser Altersklasse kam der Ausruf: „Ein Adler“. Aber das kennen wir ja schon. So wurde anhand von Holzstammstücken gezeigt wie groß ein Adler ist. Anschließend durften die Kinder schätzen welche Flügelspannweite Zoé hat. Dazu wurden von ihnen Holzstöcke im Abstand in den Boden gesteckt. Erstaunt waren sie dann, als sich ein Kind entsprechender Größe auf den Boden legte und somit die Flügelspannweite deutlich gemacht werden konnte.

Bedingt durch das Ende der Beizsaison ist Zoé natürlich im Gewicht schon hochgenommen. Trotzdem ließ sie sich zu einigen „Hüpfern“ zwischen Vroni und mir überreden. So konnte den Kindern aus nächster Nähe ein „fliegender“ Vogel gezeigt werden.

 

Insgesamt kann der Tag als voller Erfolg im Hinblick auf die Sensibilisierung und das Wissen über Greifvögel bei den Kindern gewertet werden. Wie sehr sie auch als Multiplikatoren dienen, wurde uns beim Abschied bewusst. Zu dieser Zeit wurden auch bereits viele Kinder von den Eltern abgeholt. Noch bevor sie aufs Fahrrad, oder ins Auto gepackt wurden, sprudelten sie mit ihrem Erlebnis und ihrem neuen Wissen gegenüber Mama oder Papa heraus. Diese bezweifelten, dass sie einen ruhigen Nachmittag haben werden….lach.

Und auch für uns Drei war es eine tolle Abwechslung in der heutigen Zeit.

 

Bernd Dietze

ODF Komturei Hessen